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Bad News sind Good News – fast immer


Datum: 14.04.2011

Wir Menschen sind eigentümliche Wesen, die sich gerne am Unglück ergötzen. Jedenfalls solange es das Unglück Anderer ist. In das Mitleid mischt sich dabei immer eine gehörige Portion Zufriedenheit, dass es mal wieder die Anderen erwischt hat. Japan, Fukushima, der Tsunami sprechen da Bände.

Dabei werden andere schlechte Nachrichten gerne verdrängt, denn diese könnten uns selbst betreffen. Zum Beispiel die Nachricht, dass gerade eine enorme Teuerungswelle mit den Ausmaßen eines ausgewachsenen Tsunamis auf uns zurollt.

Nicht nur Gold, auch Weizen, Kupfer, Silber, seltene Erden, Eisenerz und sogar Kunststoff-Granulat ist so teuer wie nie. Die Grundstoff-Lieferanten erhöhen ihre Preise, die Verarbeiter müssen zusehen, wie sie ihren großen Kunden in der Chemie- oder Automobilindustrie die höheren Einkaufspreise schmackhaft machen.

Dennoch werden im selben Atemzug die Verkaufspreise der Industrie an die Endverbraucher erhöht, die Verarbeiter gucken in die sprichwörtliche Röhre. Im Kunststoffmarkt stehen global agierende Anbieter von Öl, Granulaten und anderen Grundstoffen meist kleineren, eher regionalen Verarbeitern gegenüber. Die Machtfrage ist hier klar: die Großen machen die Preise und definieren die Produktionsmengen – die kleinen Verarbeiter kaufen und stellen am besten keine Fragen.

Dass mit diesem Verhalten die Margen der Verarbeiter lebensbedrohlich reduziert werden und sich manche langfristigen Lieferverträge zur existenzbedrohenden Zeitbombe entwickeln, wird kaum wahrgenommen. Man kann  einfach hoffen, dass sich die himmelstürmende Wachstumskurve nach der tiefen Rezession 2008 / 2009 wieder begradigt und so manche Gier auf das Normalmaß zurechtgestutzt wird.

Aber es wäre auch ein Ansatzpunkt, zukünftig den Anbietern nicht aus der Position des Angsthasen zu begegnen, sondern aus einer Position der Stärke. Gemeinschaft macht stark - und dazu braucht es nicht mehr als kreative Kooperation bei den Kunststoffverarbeitern. So können Bestellmengen erreicht werden, die in Verhandlungen auch den Rohstoffproduzenten zu Denken geben.

Jeder hat seine eigenen Spezifikationen für die verarbeiteten Materialien. Aber warum gibt es zum Beispiel keine Online-Börse nachgefragter Granulate und Folien mit Auktionen für die Anbieter, bei denen signifikante Mengen ausgeschrieben werden? Also den Spieß herumdrehen anstatt zu leiden - das wäre doch eine schöne Aufgabe für die nahe Zukunft!

 

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