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Bequemlichkeit überwinden

Lohnt sich das? – Der Einsatz von Recyclat in der Kunststoffproduktion


Datum: 20.12.2013

Aus alt mach neu. In der Papierindustrie ist das seit Jahrzehnten Usus. Wir Kunststoffhersteller haben da noch viel Nachholbedarf. Dabei spricht viel für das Recycling von Kunststoffen. Bei ihrer Verbrennung wird nur ein Drittel der gespeicherten Energie genutzt. Von der nutzlosen Lagerung auf Deponien ganz zu schweigen. Beim Recycling bleibt hingegen die komplette Energie, die zur Herstellung der Kunststoff-Vorprodukte aus dem Erdöl aufgewendet wurde, erhalten.

Saubere Trennung für optimales Recycling

Das Hauptproblem für das Recycling ist die saubere Trennung des Altmaterials. Die Vielfalt an Kunststoffen und eingebrachten Farben führt leicht zu einer Durchmischung, die eine Gewinnung hochqualitativen Recyclats unmöglich macht. Das Fraunhofer Institut fordert darum zu Recht die Einführung eines weltweiten Recyclingsystems mit differenzierten Trennmechanismen. Wozu das führen kann zeigt bereits die Autoindustrie mit dem neuen BMW i3. Weil man sich dort schon beim Design Gedanken um das Recycling gemacht hat, können 10 Mal mehr neue Rohstoffe aus einem i3 gewonnen werden als das bei herkömmlichen Autos der Fall ist. Doch lohnen sich auch kleine Schritte. Wir bei boxline erfahren täglich, dass es sich lohnt, auf Recyclat zu setzen. Das von interseroh gelieferte procyclen ist ein ganz hervorragendes Granulat für die nachhaltige Behälterproduktion. Siehe dazu auch www.recyclingnews.info/Rohstoffe/walther_und_groku_nutzen_procyclen

Bequemlichkeit überwinden

Doch da gibt es ein Problem: die menschliche Bequemlichkeit. Durch die Ölgewinnung mittels Fracking könnte der Preis für Erdöl, und in der Folge der von Kunststoff-Granulat, auf Dauer preisgünstig sein. Was gut ist für uns Hersteller und die kaufende Industrie ist schlecht für die Recycling-Motivation über den Preis. Eine Möglichkeit, das zu durchbrechen könnte vom Gesetzgeber kommen: Ein Gesetz zum Verbot der thermischen Verwertung hochenergetischer Kunststoffe könnte die Situation schlagartig ändern. Solange es bequemer und billiger ist, Kunststoff zu verbrennen als zu recyceln, wird es schwer, Kunststoff dauerhaft nachhaltig zu machen. Doch vielleicht kann ja auch mit Einsicht etwas bewegt werden. Ich gebe die Hoffnung nicht auf!

Ihr Thomas Walther

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