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BVL-Studie zur Handelslogistik

Wo ist der gesunde Menschenverstand hin? – Sinn und Unsinn von Studien


Datum: 18.08.2014

Studien sind beliebt und wichtig. Sie nehmen einem manche Recherche ab und bilden eine gute Grundlage für strategische Entscheidungen. Verlage haben das längst erkannt, Institute wissen mit Studien Eigenwerbung zu machen und Universitäten zeigen damit, dass sie auch am echten Leben teilnehmen. Leider hat das dazu geführt, dass es zu einer Inflation von Studien gekommen ist. Alles und jedes muss erörtert, gezählt, in Grafiken gepackt, ausgewertet und kommentiert werden.

Binsenweisheiten

Neuestes Exemplar: die Studie „Logistik im Handel – Strukturen, Erfolgsfaktoren, Trends“, veröffentlicht von der Bundesvereinigung Logistik in ihrer Schriftenreihe „Wirtschaft und Logistik“. Auf 60 Seiten geht die Studie der Frage nach, was die Geheimnisse einer erfolgreichen Handelslogistik sein mögen, inklusive Handlungsempfehlungen. Nummer 1: Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter. Aha. Außerdem die gute Zusammenarbeit der unterschiedlichen Abteilungen im Haus. Soso. Und der neueste Trend: Onlinehandel und das mobile Internet. Puhhh.

Schön, dass die Ergebnisse der Studie auch beim nächsten Logistik-Kongress der BLV breitgetre..., äh, vorgestellt werden. Natürlich von einem echten Professor. Ich könnte jetzt wütend werden oder weinen ob der offensichtlichen Geld- und Zeitverschwendung. Stattdessen freue ich mich, dass ein paar Mitarbeiter der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin etwas zu tun hatten, und auch eine Beratungsfirma ihr Honorar verdient hat. Das kurbelt die Wirtschaft an.

Lesen unnötig

Lesen muss man eine solche Studie freilich nicht. Ihre Ergebnisse standen schon in der Tageszeitung. Vor zwei, drei Jahren. Wie wäre es stattdessen mal mit Studien zu echten Themen? So etwas wie: Vorschläge für logistische Standards. Oder: Über die Wirtschaftlichkeit neuer Materialien, speziell Regenerate. Vielleicht auch: Modelle der Kooperation bei der Rohstoffbeschaffung. Das sind nur spontane Ideen aus meiner Perspektive. Sie haben da bestimmt noch mehr und bessere Vorschläge.

Ein konsternierter Thomas Walther

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