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Umweltschutz falsch verstanden

Pseudo-Nachhaltigkeit – Aktionismus statt Ressourcenschonung


Datum: 02.09.2016

Im deutschen Einzelhandel wurde entschieden, nachhaltiger zu werden. Das ist löblich. Doch die Art und Weise, wie das erreicht werden soll, ist höchst fragwürdig. Zunächst sollen Plastiktüten durch Papiertüten ersetzt werden. Das ist Spiegelfechterei, denn Dank des Dualen Systems und hohen Plastiktütenpreisen hat sich dieses Problem schon vor Jahren erledigt.

Müll entsteht durch Wegwerfen

Gleichzeitig wird eine bislang verkaufte Kunststoff-Mehrwegbox aus dem Programm genommen und durch Pappkartons ersetzt - das ist schlicht ein Witz. Pappkartons werden nach kurzer Zeit weggeworfen, im besten Fall recycelt, wobei die Ökobilanz schlecht ist und nach höchstens 5 Recyclingumläufen vom ursprünglichen Karton nichts mehr übrig ist.

Eine Mehrwegbox aus Kunststoff hingegen kann deutlich mehr tragen und bietet außerdem besten Schutz vor Stößen und Feuchtigkeit. Sie kann bis zu 20 Jahre lang verwendet werden und wird danach recycelt, wobei aus alten Behältern wieder neue gemacht werden. Faltbare Boxen nehmen außerdem im Leerzustand im Kofferraum deutlich weniger Platz weg als ein Pappkarton.

Ein Sinneswandel setzt ein

Das Argument des zunächst höheren Preises ist schnell entkräftet. Hier ist Kreativität im Lebensmittelhandel gefragt. Man könnte etwa die Kunststoff-Faltboxen in einem Pfandsystem anbieten. Oder man schreibt dem Kunden, der eine Box mit Barcode beispielsweise für 5,00 EUR kauft, bei jedem Einkauf mit der Faltbox einen Betrag von x-Euro gut, bis der Kauf ausgeglichen ist. Das würde das Bekenntnis des Handels zur Nachhaltigkeit wirklich untermauern und die Kundenbindung an die Filiale bzw. an den Händler sehr positiv unterstützen!

Ihr nachdenklicher Thomas Walther

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