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Fachbegriffe Automotive

Die Automobilindustrie hat ihre eigene Sprache - wir erklären Ihnen hier wichtige Fachbegriffe, die in der Automobillogistik gebraucht werden:

OEM
= original equipment manufacturer. Dies ist entweder der Fahrzeughersteller oder der Hersteller/Lieferant eines bestimmten Bauteils des Fahrzeuges.

Jit = just in time
Hiermit wird eine Anlieferung von Waren bzw. Bauteilen zu einem bestimmten Zeitpunkt determiniert. In der Praxis öffnet man jedoch gewöhnlich ein Zeitfenster, das mit dem frühesten Anlieferzeitpunkt beginnt und mit exakten Anlieferzeitpunkt endet.

Push/pull-Prinzip
Prinzip zur Materialsteuerung. Das Push-Prinzip kann auf einer genauen Materialbedarfsplanung basieren, die im Voraus den Materialbedarf zu bestimmten Zeiten oder Zuständen des Bedarfsortes definiert hat. Ist nach Plan der Bedarfszustand er reicht, wird geliefert. Das Pull-Prinzip unterliegt selten einer detaillierten Planung. Hier entscheidet der Bedarfsort selbst, wann er Material abfordert. Eine Kanbanversorgung ist ein typisches Pull-Prinzip.

Baka-Yoke
= Narrensicherheit (jap., wörtl. übersetzt). Ein Prozess oder ein ein Arbeitsplatz wird gemäß Baka-Yoke so eingerichtet, dass Fehler aufgrund von Flüchtigkeit oder Nachlässigkeit nicht vorkommen können. Baka-Yoke ist eines der zentralen Organisationsprinzipien der japanischen Autombilindustrie.

Andon-System
Stellt ein Mitarbeiter am Produktionsband ein Fehler am Fahrzeug oder Modul fest, kann er ein Signal oder Alarm auslösen. Dieser ruft einen Vorarbeiter oder Meister, um den Fehler entweder sofort zu beheben oder das entsprechende Fahrzeug auszuschleusen. Dabei darf es auch zum Bandstillstand kommen. Grundlegende Erkenntnis bei der Einführung von Andon-Systemen ist die Tatsache, das Fehler in einem zu Ende produzierten Fahrzeug teurer sind, als die sofortige Korrektur oder Ausschleusung.

Kanban
Bei einer Lagerung in der Nähe eines Bedarfs- oder Verbauortes wird durch eine Materialversorgung nach dem Kanbanprinzip die permanente Materialbereitstellung/ -verfügbarkeit gewährleistet. Im Laufe der Materialentnahme wird ein Meldebestand erreicht. Zu diesem Zeitpunkt wird der Materialnachschub angefordert.Der Meldebestand ist so festgelegt, dass bei dem durchschnittlichen weiteren Verbrauch neues Material kurz vor der Auflösung des alten Materialbestands eintrifft. Üblicherweise kommt Kanban für B- und C-Teile zum Einsatz. Kanbansysteme regeln sich weitgehend selbst und bedürfen kaum seperater Planung. Daher sind sie relativ kostengünstig einsetzbar.

Lean Production
Oberbegriff für alle Maßnahmen die zur schlanken Produktion führen. Die Idee der schlanken Produktion kommt aus Japan. Als dieses Konzept in die USA eingeführt wurde, bürgerte sich der Begriff der Lean Production ein.

Sequenzierung
Fahrzeuge werden nach einer permanent aktualisierten Planung nacheinander gebaut. Man fasst mehrere aufeinander folgende Fahrzeuge zu einer Sequenz gedanklich zusammen. Für jede dieser Sequenzen werden nun Bauteile entsprechend der Fahrzeugreihenfolge sortiert = Sequenzierung. Der Monteur erhält diese Bauteile in der richtigen Reihenfolge an seinem Montageplatz mit einem sogenannten Sequenzbehälter.

Jis = just in sequence
Die Anlieferung aller zu einer Sequenz gehörenden Teile passend zur Sequenz in der Produktionsreihenfolge. Häufig findet eine Anlieferung just in sequence bis direkt zum Verbauort am Band statt.

Linefeeding
Auch Jobstopper oder Materialbereitstellung genannt. Beim Linefeeding wird dem Monteur das jeweils zurzeit benötigte Material zum Arbeitsplatz gebracht. Gleichzeitig anfallendes Leergut wird ebenfalls wieder mitgenommen. Linefeeder (Personal) holen das notwendige Material entweder selbst aus einem Materialpuffer oder übernehmen Ware von der werksinternen Materialversorgung.

GLT
= Großladungsträger. Der Verband der deutschen Automobilwirtschaft e. V. hat in einem Normungsausschuß bestimmte Größen für Behälter festgelegt. Normungen gibt es für GLT wie auch KLT. Ausgenommen von den Normungen sind die SLT.

KLT
= Kleinladungsträger, siehe GLT.

SLT
= Sonderladungsträger. Diese Behälter werden meistens von dem entsprechenden Teilelieferant und dem abnehmenden Fahrzeughersteller gemeinsam entwickelt. SLT sind Sonderanfertigungen, die sich exakt dem verwendeten Transportmittel anpassen wie auch eine optimale Raumnutzung für das entsprechende Bauteil garantieren. SLT werden häufiger für sperrige Teile verwendet z. B. Stoßstangen.

CKD
= completely knocked down. Ursprünglich verhängten bestimmte Staaten Strafzölle auf fertig montierte Fahrzeuge, um eigene landesinterne Wertschöpfungsleistungen zu fördern. Die Fahrzeughersteller waren gezwungen fertige Fahrzeuge entweder ganz (CKD) oder teilweise (SKD) zurückzubauen, um diese anschließend im Empfangsland endmontieren zu lassen. Heute führen die Kostenreduktionen hoher Produktionslose einzelner Teile konzentriert an einem Standort dazu, dass diese Teile im CKD-Versand zu verschiedenen Empfangswerken weltweit verschickt werden.

SKD
= semi knocked down. Ein Fahrzeug wird nur in bestimmten Teilen oder bestimmten Graden demontiert. Grund können veränderte Zollsätze für die Einfuhr von Fahrzeugteilen statt ganzer Fahrzeuge sein. Oft ist aber auch eine verringerte Sperrigkeit eines Fahrzeuges die Ursache von SKD-Aktionen. Bei einem Bagger werden daher raumaufwendige Auslegerarme abmontiert, um günstigere Transportkosten zu realisieren.

Warenkorb
Alle Teile für einen bestimmten Produktionsabschnitt (Bandabschnitt) eines Fahrzeuges oder Fahrzeughälfte werden in einem Behälter gelegt. Dieser wird passend zum entsprechenden Fahrzeug am Beginn des Produktionsabschnitts abgestellt. Oft bewegt sich dieser Behälter mit der gleichen Geschwindigkeit, wie das Fahrzeug durch den Produktionsabschnitt.

Pre-market inspection
Bei der Pre-market inspection prüft ein Dienstleister im Aufträger des Fahrzeugherstellers/ -importeurs, ob das Fahrzeug für den Verkauf und Einsatz im Absatzgebiet technisch in der Lage ist. Teilweise können hier noch landesspezielle Modifikationen, wie z. B. die Farbe der Frontscheinwerfer oder besondere Aufkleber nachträglich angebracht werden.

A-Teile
Unter A-Teilen werden entweder besonders wertvolle Teile (CD-Radio) oder Teile die der Endkunde sieht und fühlen kann (z.B. verchromte Zierleisten) bezeichnet. A-Teile müssen nicht nur staubsicher gelagert werden, sondern müssen auch mit der erforderlichen Umsicht berührt werden (u. a. weiße Stoffhandschuhe).

D-Teile
D-Teile sind dokumentationspflichtige Teile. Anders als A-Teile können D-Teile mitunter recht preiswert sein und nie im Blickfeld des Endkunden sein, wie zum Beispiel eine Sicherungsschraube im Bremssystem. Da diese Schraube jedoch maßgeblichen Einfluss an der Sicherheit im und am Fahrzeug hat, müssen alle Aktionen die auf diese Teile bezogen sind, entsprechend dokumentiert werden. Es geht darum in einem möglichen späteren Schadensfall Fehler im Warenhandling auszuschließen.

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