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Kennen Sie eigentlich Mr. Clark?

Wenn Sie wissen, was ein Tructractor ist, haben Sie den meisten Menschen etwas voraus. Tatsächlich handelt es sich um den Prototyp eines Fahrzeugs, das in den Lagerhallen und auf den Bauhöfen dieser Welt zu Hundertausenden seinen Dienst tut: die Rede ist vom Gabelstapler.

Die Sache mit dem Ruhm ist schon seltsam: Manche Entwickler und Produzenten stehen mit ihrem Namen bis heute für eine Erfindung oder eine Produkt ein, die Namen Benz, Otto oder Ford sind nicht nur Autofreunden und -kennern selbstverständlich ein Begriff. Doch wer ist Eugene Bradley Clark? Bei dem Namen nicken nur echte Branchenkenner wissend. Dabei geht ein Gerät auf den Amerikaner zurück, das aus der Logistik heute nicht wegzudenken ist: der Gabelstapler, der erst letztes Jahr seinen 90. Geburtstag feierte.

Was ist ein Gabelstapler? Stellen wir uns einmal ganz dumm: Ein Gabelstapler ist ein Gerät, das, wie der Name schon sagt, mittels einer gabelähnlichen Vorrichtung Dinge stapelt, in diesem Falle zumeist Paletten. Die englische Bezeichnung "Forklift" weist zudem auf die Art und Weise des Stapelns hin - das Besondere am Gabelstapler ist seine aus Hubmast und Gabelträger bestehende Hubeinheit. Damit zählt der Gabelstapler zu den bekanntesten kraftbetriebenen Flurförderzeugen, darunter fallen alle mit einem Antrieb versehenen Geräte für den innerbetrieblichen Warenumschlag und Transport. Doch zurück zu Mr. Clark.

Eugene Bradley Clark, 1873 in Columbia, USA, geboren, weiß schon früh, was er will. Mit 21 Jahren verlässt er die Cornell Universität in Ithaka, New York, als studierter Maschinenbauer. Nur zehn Jahre später lässt er sich von der Firma anheuern, die er später übernehmen und zu einem frühen Global Player ausbauen wird. Bedingung des Ingenieurs und Experten für Metallurgie: Er managt das bis dahin schwächelnde Unternehmen, hat freie Hand bei der Umsetzung seiner Ideen und wird gleichberechtigter Partner. Bereits nach einem Jahr arbeitet die George R. Rich Manufacturing Company profitabel - die Geburtstunde der Celfor Tool Company. Aus dieser und der ebenfalls von Clark gegründeten Electric Steel Company ging 1916 schließlich die Clark Equipment Company hervor, Abnehmer der von Clark entwickelten und produzierten Güter war die noch junge Automobilindustrie.

Ob Clark und seine Mitarbeiter ahnten, welchen Erfolg ihr kurz darauf konstruiertes Gefährt haben würde, oder ob sie sich mit dem bezinbetriebenen dreirädrigen Fahrzeug lediglich im eigenen Unternehmen behelfen wollten, spielt heute keine Rolle mehr. Fakt ist, dass das wendige Transportgerät von der Armee schnell entdeckt und im ersten Weltkrieg in Munitionsdepots eingesetzt wurde. Von der überarbeiteten Version seines Prototyps verkaufte Clark 1919 75 Stück - der heutige Weltmarktführer für Flurförderzeuge Toyota setzte im Rekordjahr 2001 erstmals 75.000 Einheiten um, Tendenz steigend.

Heute ist die Clark-Unternehmensgruppe Nr. 15 in der Welt der Staplerbauer. Branchenprimus Toyota und seine Wettbewerber Jungheinrich und Nacco werden seit einiger Zeit von Kion ins Visier genommen, der Stapler-Sparte von Linde, hinter der sich die renommierten Marken Linde, Still und OM verbergen. Bis 2011 will Kion (in der Sprache der Massai bedeutet Kion "die Führung übernehmen") Weltmarktführer werden. Helfen sollen dabei Innovationen im Technologiebereich und höchste Profitabilität - Qualitäten, die auch Eugene Bradley Clark auszeichneten. So entwickelte der findige Ingenieur 1930, 13 Jahre nach der Erfindung des Gabelstaplers, die ihm Erfolg, wenn auch nicht ewigen Ruhm verschafft hatte, noch den TwinVeyor, ein damals neuartiges mobiles Förderband, mit dem z. B. LKW be- und entladen werden können.

Den industriellen Durchmarsch des Gabelstaplers während des zweiten Weltkriegs hat Clark, der 1942 an einer Lungenentzündung starb, in seinen Anfängen noch miterlebt. Dass seine Schöpfung nach dem Krieg ganz friedlich die Lagerhallen der Welt erobern sollte, freut mit Sicherheit heute seine Nachkommen.

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