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Marktdaten aus erster Hand

Zur Person

Ekart Kuhn ist Gründer und Inhaber der EKUPAC Kuhn & Partner Consultants, Köln. Kuhn ist anerkannter Logistik-Experte und verfügt über langjährige Berufs- und Führungserfahrung als Kaufmann in namhaften Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen. Gemeinsam mit einem Team freiberuflicher Spezialisten gibt er diese Erfahrung über die EKUPAC an seine Kunden weiter. Darüber hinaus ist Kuhn Mitglied in verschiedenen Verbänden und Instituten und arbeitet eng mit anderen Beraternetzwerken zusammen.

Herr Kuhn, in diesen Tagen, so konnte man in einigen Fachpublikationen lesen, erscheint Ihre MTV-Studie. Was ist so Besonderes daran, dass man diese Studie in der Presse ankündigt?
Diese Studie ist tatsächlich etwas Besonderes. Das, was in den nächsten Tagen erscheint, ist bereits das zweite Update der MTV-Studie. Die Idee zu dieser Arbeit stammt aus dem Jahre 2003. Ich wurde immer wieder von Kunden nach verschiedenen Zahlen bzw. Fakten zum Thema Mehrweg-Transportverpackung gefragt. Einen aktuellen Überblick über den MTVMarkt gab es nicht. Da lag es nahe, eben einen solchen Überblick zu schaffen.

Und 2003 war es soweit?
Nicht ganz. 2003 ist die Idee geboren. Bis die Studie dann endlich erschien, war es Frühjahr 2004. Die EKUPAC verfügt zwar über einen riesigen Fundus an Daten und Fakten zum MTV-Markt, aber vieles musste oftmals sehr mühsam und zeitaufwendig recherchiert werden. Es galt, Daten zu sichten und auszuwerten. Geholfen hat mir dabei mein Partner und Mitautor Peter Zimmermann. Gemeinsam konnten wir das Projekt stemmen und die Studie veröffentlichen.

Sie sagen "zeitaufwendig recherchiert". Um an die entsprechenden Zahlen zu kommen, mussten Sie auch persönlich vorstellig werden?
Richtig! Wir unterscheiden zwei Erhebungsmethoden. Da ist einmal die aufwendige Feldarbeit, auch Field Research genannt. Bei der Primärerhebung von Daten ist das wichtigste Hilfsmittel die persönliche Befragung oder auch das Face-to-face Interview von Entscheidungsträgern. Aber auch die Recherche vom Schreibtisch aus, Desk Research genannt, ist nicht weniger aufwendig.

Wo haben Sie die Schwerpunkte bei dieser Studie gesetzt?
Kern der Studie ist natürlich eine ausführliche Zusammenstellung der gängigen MTV in Deutschland. Insgesamt sind in Deutschland rund 100 Millionen Europaletten im Einsatz. Mindestens 10 Prozent davon sind Kunststoffpaletten. Relativ konstant ist der Europalettenbestand in der deutschen Lebensmitteldistribution. Dort Mehrsind etwa 45 Millionen Europaletten im Einsatz. Detaillierter ist der Sachverhalt in der Studie selbst dargestellt. Ausgehend von den Unternehmenskennzahlen, einer vollständigen Darstellung der angebotenen Produkte sowie einer nachvollziehbaren Systembeschreibung gehen wir auch auf die Besonderheiten der verschiedenen MTV-Dienstleister ein. Wie komplett ist der angebotene Service? Gilt das Angebot nur regional oder auch im grenzüberschreitenden Verkehr? Wichtig ist auch das vorhandene Depotnetz in Deutschland: Wo sind beispielsweise die Waschanlagen? Internationale Standorte sind natürlich bei enger werdenden Märkten von ganz besonderer Bedeutung.

Das zweite Update Ihrer Studie innerhalb von vier Jahren spricht für einige Bewegung im MTV-Markt, oder?
Der MTV-Markt ist nach wie vor in Bewegung und unterliegt den ganz normalen Marktmechanismen. Die von selbst ernannten Experten vorausgesagte Beruhigung wird genau so wenig eintreten wie in anderen Märkten, in denen Angebot und Nachfrage die bestimmenden Faktoren sind. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher MTV und nur wenige von ihnen haben sich in dem hart umkämpften Markt wirklich durchgesetzt. Die anderen führen lediglich ein Schattendasein in irgendwelchen Herstellerkatalogen, werden entgegen ihrer ursprünglichen Bestimmung eingesetzt oder sind klammheimlich wieder verschwunden. Richtig zum Leben erweckt wird eine MTV immer erst dann, wenn sie in die logistischen Abläufe der Warenverteilung eingebunden wird, wenn sie unverzichtbarer Bestandteil der Supply-Chain geworden ist.

Das Spektrum der MTV ist ja sehr groß. Brauchen wir noch mehr Verpackungen, um das ideale Produkt zu finden?
Nein! Ein ganz klares Nein! Gefragt sind Innovationen. Innovationen, die in erster Linie zu echten Kosteneinsparungen bei den Verwendern von Mehrweg-Transportverpackungen führen, denn gerade die Verwender stehen unter permanentem Druck. Wer in globalisierten Märkten bestehen will, muss seine Kosten im Griff haben und Einsparpotentiale konsequent nutzen. Natürlich sind die Möglichkeiten, die Mehrweg-Transportverpackungen bieten, über die gesamte Wertschöpfungskette verteilt: vom Produzenten über den Dienstleister bis hin zum Verwender. Jedes Marktsegment für sich sucht und forscht nach dem jeweils optimalen Produkt, um es dann auch mit dem optimalen System zu verknüpfen. Mehrweg ist aktuell. Wie sehr, das beweist nicht zuletzt das Interesse einer der weltweit führenden Kapitalbeteiligungsgesellschaften, der Axa Private Equity, an diesem Thema. Über die 2006er-Studie und weitere Rechercheaufträge hat man sich mit uns zuerst über den Markt informiert, um sich dann im zweiten Schritt an einem Hersteller für Kunststoffpaletten zu beteiligen.

Kunststoff ist wohl der Werkstoff der Zukunft bei den MTV?
Kunststoff ist der Werkstoff mit den größten Entwicklungschancen im Bereich der Mehrweg-Transportverpackungen. Nur ein Produkt zeigt sich bislang völlig unbeeindruckt von dieser Entwicklung: Die Europool-Palette aus Holz. Ihr wird so schnell kein Kunststoff-Produkt den Rang ablaufen und das, obwohl die Schnittholzpreise im letzten Jahr geradezu explodiert sind. Rund 350 Millionen dieser Ladungsträger befinden sich im Umlauf und weder Markenpiraterie, noch offensichtliche Qualitätsprobleme des Bestandes haben der Europalette etwas anhaben können.

Für Spannung ist also gesorgt?
Oh ja, es ist und bleibt spannend bei den Mehrweg-Transportverpackungen. Unsere Studie hat den Anspruch, einen umfassenden Überblick zu verschaffen. Entsprechende Aufmerksamkeit finden bei uns deshalb auch die einzelnen Prozessschritte einer transparenten Kostenrechnung. Mit einer funktionierenden Prozesskostenrechnung lassen sich Kostentreiberfunktionen einzelner Ladungsträger frühzeitig erkennen. Wenn es gelingt, die Zusammenhänge in der Wirkungskette aufzudecken, dann können die Auswirkungen auf die veränderbaren Kosten bzw. Kapazitäten in den indirekten Bereichen transparent gemacht werden. Ziel ist auch immer, neben der höheren Kostentransparenz, Schwachstellen, die durch unnötige Ausgaben und Blindleistung hervorgerufen werden, zu erkennen, Kosten verursachungsgerecht zuzuordnen und einzelne Leistungen in der Prozesskette zu kalkulieren. EKUPAC hat in den letzten Jahren für den gesamten MTV-Markt (Paletten, Kisten, Großladungsträger) Analysetools entwickelt, die erstmalig die gesamte Supply-Chain betrachten. Alle Prozessschritte wie Handlings, Geräte, Transporte, tatsächliche Umlaufzeiten je Teilnehmer, anteilige Finanzierung und Kapitaldienst, Personalkosten, Reparatur und Wartung und alle peripheren Prozesse sollen für alle Beteiligten transparent werden.

Sie sprechen gerade das Thema Kosten an - sehen Sie hier auch einen Zusammenhang mit einem effizienten Behälterund Palettenmanagement?
Auf jeden Fall ist dies ein Punkt, der wertvolle Unterstützung bei der Ermittlung der effektiven Kosten leisten kann. Es gibt derzeit auf dem Markt einige Anbieter, die sich mit diesem Thema befassen und Lösungen anbieten. Oftmals sind dies allerdings Produkte, die von IT-Spezialisten programmiert werden, die nicht die Praxiserfahrung in diesem speziellen Markt haben. Dies macht aus unserer Sicht viele Lösungen zu theoretisch. Ein Programm, das auf Basis jahrelanger praktischer Erfahrungen entwickelt wurde, ist das webbasierte und modular aufgebaute PackPlan System - von Praktikern für Praktiker.

Alles in allem - spannende Themen, die viele Fragen aufwerfen...
... und wir möchten mit unserer neuen Studie so viele wie möglich davon beantworten.

Herr Kuhn, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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