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Versandeinheiten auf der Marterstrecke

Zur Überprüfung der Eignung und zum Nachweis der Widerstandsfähigkeit von Verpackungssystemen werden zunehmend die labortechnischen Möglichkeiten der Transportsimulation genutzt.

Im Zeitalter des globalen Warenaustausches ist eine rationelle Distribution ohne ausgefeilte Transportverpackungs-Systeme kaum noch denkbar. Ein großer Teil von Baugruppen, Komponenten oder Fertigprodukten wird über weite Transportstrecken nicht zuletzt aus Niedriglohnländern importiert oder zur Montage exportiert. Dies erfordert aufgrund der langen Wege und der nicht immer optimal ausgebauten Transportwege eine hohe Widerstandsfähigkeit und Schutzwirkung der eingesetzten Systeme. Gerade bei neuen Verpackungskonzepten steht der Produktentwickler häufig vor der schwierigen Gratwanderung zwischen der unvertretbaren Überverpackung einerseits und der nur unzureichend schützenden Unterverpackung andererseits. Hier kommen ihm neben seinem Erfahrungsschatz die computergestützte Verpackungsentwicklung und Dimensionierung, sowie die Möglichkeiten der labortechnischen Transporteignungsprüfungen zu Hilfe.

Simulation statt Verschleiß

In der Praxis sind detaillierte Kenntnisse der innerhalb der konkreten Distributionskette zu erwartenden Belastungen nur in seltenen Fällen verfügbar. Dementsprechend ist in Einzelfällen die zu durchlaufende Distributionskette zu analysieren, wobei insbesondere die Art und die Dauer einzelner Transportabschnitte, die Art und Anzahl von Umschlagvorgängen und die bei Lagerprozessen zu berücksichtigenden konkreten Verhältnisse - beispielsweise eine Blockstapelung von Ladeeinheiten im Mehrfachstapel im Unterschied zur Regallagerung einzelner Ladeeinheiten - zu ermitteln sind. Auf dieser Basis lassen sich in der Folge vielfach sehr schnell angemessene Testprogramme auf der Grundlage weltweit gängiger Testspezifikationen erstellen.

Kombinierte Belastungen im Labor

Typische Testabläufe bestehen aus Schwingprüfungen, vertikalen und horizontalen Stoßprüfungen, Stauchprüfungen zur Nachbildung von Beanspruchungen im Stapel bei Transport und Lagerung sowie aus Handlingtests, wie Kippfalltests oder Stapleranstößen. Besonderes Augenmerk liegt außerdem auf den bei Transport, Umschlag und Lagerung zu erwartenden Klimaverhältnissen. Man spricht daher von so genannten kombinierten Belastungen, wenn etwa beim LKW-Transport im Zweier-Stapel aufeinander gesetzte Ladeeinheiten einem feucht-warmen Umgebungsklima, der statischen Stapellast sowie den überlagerten Schwingungsund Stoßbelastungen ausgesetzt sind. Zur Simulation der Transportbelastungen werden daher im Labor des im Technologiepark Dortmund ansässigen Verpackungstechnischen Dienstleistungszentrums vdz neben einer Klimakammer mit integrierter Schwingprüfanlage die verschiedensten Stoß-, Stauch- und Schocktests eingesetzt.

Weltweite Standards

Transportsimulationen werden heute weltweit in verschiedenen Labors der Welt durchgeführt, schwerpunktmäßig in den Ländern Europas, Nordamerikas und Asiens sowie Australiens. Interessant und wichtig ist dabei, dass unabhängig vom Ort mehr und mehr mit den gleichen Spezifikationen gearbeitet wird, und so die Verständigung besser und auch weltweit sehr gut gelingt. Im Bereich der Prüfung und des Nachweises der Transporteignung sind hier insbesondere Testspezifikationen wie ASTM D 4169 oder die ISTA-Test-Prozeduren zu nennen.

Mit umfassenden Testspezifikationen und den heutigen Möglichkeiten der realistischen Transportsimulation steht Entwicklern und Nutzern von Transportbehältern ein wertvolles Hilfsmittel zur Verfügung: Verpackungen für Qualitätsprodukte werden beanspruchungsgerecht entwickelt und produziert, Transportschäden können in der Folge vermieden werden. In diesen Prozess werden beide, Entwickler und Anwender, möglichst frühzeitig eng einbezogen. Im Ergebnis können so einerseits Schadensquoten deutlich reduziert und andererseits im Einzelfall noch bestehende Einsparungspotenziale im Verpackungssektor bestmöglich genutzt werden.

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