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Umweltrechner: Nachhaltige Mehrweg-Lösungen für den Transport von Obst und Gemüse

Die Bedeutung von Mehrweg-Systemen ist hinsichtlich Klima- und Ressourcenschutz bei Getränkeverpackungen seit Jahren in der öffentlichen Diskussion präsent.

Über diesen Bereich hinaus existieren jedoch auch weitere ressourcenschonende und klimafreundliche Logistiksysteme wie Mehrwegtransportsysteme für Obst- und Gemüse, die bisher weniger im Fokus der Öffentlichkeit standen. Bereits im Jahr 2007 hatte die Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) deshalb eine ökobilanzielle Untersuchung durchführen lassen, in der das Mehrweg-System der Kisten für Obst und Gemüse aus Kunststoff verglichen wurde mit den Einwegsystemen aus Holz und Karton. Diese Studie „Nachhaltigkeit von Verpackungssystemen für den Transport von Obst und Gemüse in Europa“ bezog in ihre Untersuchung die 5 bedeutendsten Produktionsländer (Spanien, Italien, Frankreich, Niederlande, Deutschland) und die 4 größten Abnehmermärkte (Frankreich, Niederlande, Großritannien, Deutschland) ein. Das Fazit der Studie: Einweg-Getränkeverpackungen zeigen „in allen Wirkungskategorien die höchsten Umweltauswirkungen“, während Mehrwegverpackungen deutliche Entlastungen bewirken. Eine Aktualisierung 2009 bestätigte erneut die Vorteilhaftigkeit der Mehrwegsysteme insbesondere gegenüber Einweg-Kartonverpackungen im Segment Obst und Gemüse.

Auf Grundlage der Studienergebnisse hat die SIM einen Umweltrechner entwickeln lassen, mit dessen Hilfe rasch und unkompliziert die Umweltauswirkungen verglichen werden können, die durch den Transport von Obst und Gemüse in verschiedenen Verpackungssystemen verursacht werden. Für die Berechnung muss nur die Tonnage in kg oder in Kisten sowie die Pool-Zusammensetzung, d. h. Mehrweg- und Einweganteil eingegeben werden. Bei den Mehrweg-Kisten kann zusätzlich zwischen einer Lebensdauer von 10 oder 20 Jahren variiert werden. Mit Hilfe des Umweltrechners ist jedes einzelne Handelsunternehmen in der Lage, das eigene mögliche Entlastungspotential, aber auch die für den gesamten EU-Markt erzielbare Entlastung durch eine Umstellung auf Mehrweg, zu berechnen. So könnten bei einer ausschließlichen Verwendung von Mehrweg-Kisten im Vergleich zu Karton-Einwegkisten für den Transport in der EU knapp 590.000 t CO2 eingespart werden. Das entspricht etwa den jährlichen Emissionen von durchschnittlich 260.000 Autos, gut 200.000 Ölheizungen oder den möglichen Einsparungen beim Austausch von 18,3 Mio Glühbirnen durch Energiesparlampen.
Die SIM möchte mit dem Umweltrechner einen Beitrag leisten, damit über Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsdebatten hinaus konkrete Handlungen erfolgen. So werden mit Hilfe des Umweltrechners die Vorzüge von Mehrweg anschaulich deutlich gemacht und können damit umweltbewusste Entscheidungen in den jeweiligen Unternehmen unterstützen. Insbesondere im Handel ist derzeit der Bezug auf CO2-Emissionen, der „Carbon Footprint“, als Maßstab für Klimaschutz die Bezugsgröße. Der Rechner zeigt darüber hinaus aber auch alle anderen in der Ökobilanz untersuchten Beiträge zu der Umwelteffekten, diese sind Überdüngung (Eutrophierung), Ozonabbau, Sommersmog (Photooxidantienbildung) und Versauerung.

Während im Getränkebereich Mehrweg häufig für regionale Kreisläufe steht, ist bei Obst- und Gemüsekisten der EU-weite Markt relevant und deshalb bei der Betrachtung ein wichtiger Aspekt.

 
Der Umweltrechner mit Erläuterungen sowie die Zusammenfassung der Studie können jeweils in Deutsch und Englisch kostenfrei auf der Homepage der Stiftung heruntergeladen werden unter:

www.stiftung-mehrweg.de

oder direkt zum Umweltrechner:

Deutsch: http://www.stiftung-mehrweg.de/calculator/Calculator_de.html

English: http://www.stiftung-mehrweg.de/calculator/Calculator_en.html


Entsprechend wurden die Berechnungen auf Grundlage der Europäischen Durchschnittsentfernungen von gut 1000 km durchgeführt. Bei geringeren Entfernungen (und selbstverständlich auch bei längerer Nutzungsdauer der Mehrwegkisten) fällt der Mehrweg-Vorteil noch deutlicher ins Gewicht.

Umweltrechner und Studie wurden von den unabhängigen Experten der Abteilung für Ganzheitliche Bilanzierung des Fraunhofer Institutes für Bauphysik und des Lehrstuhls für Bauphysik an der Universität Stuttgart erstellt. Bei der Studie handelt es sich um eine vergleichende Ökobilanz im Sinne der DIN EN ISO 14040. Entsprechend wurde ein Critical Review durch externe, unabhängige Sachverständige durchgeführt, der die Konformität der Studie mit den DIN EN ISO Vorgaben bestätigte.

Ein weiterer positiver Aspekt, der in der dargestellten Studie jedoch noch keine Beachtung gefunden hat, sind die vergleichsweise geringen Bruchraten (Schaden und Verfall) der transportierten Lebensmittel. Die stabilen und stapelfreundlichen Kisten zeigen hier zusätzliche Vorteile.

Die Stiftung Initiative Mehrweg hat sich die nationale wie internationale Förderung und Harmonisierung von Mehrwegsystemen zum Ziel gesetzt, unter Berücksichtigung von Umweltschutz, Bedürfnissen der Logistik und des Marktes. Die Stiftung setzt sich durch die Unterstützung von Wissenschafts- und Forschungsprojekten umfassend für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und Ressourcen sowie für die Abfallvermeidung ein.

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