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Aus alt mach’ neu: Kunststoffrecycling

 

Eines der Hauptargumente von Umweltschützern gegen den vielfältigen Einsatz von Kunststoffen zielt darauf ab, dass sie nicht nur unter hohem Energieeinsatz hergestellt werden, sondern auch zu wachsenden Müllbergen führen. Die Befürworter von Kunststoffen halten dem entgegen, dass ohne diese innovativen Werkstoffe viele technische Entwicklungen überhaupt nicht denkbar wären. Mehr noch: Sie tragen auf vielseitige Weise direkt zum Umweltschutz bei. Aber was geschieht tatsächlich mit Kunststoffen, wenn sie ausgedient haben? Grund genug, uns ab dieser Ausgabe einmal mit der Verwertung von Kunststoffen zu befassen.
Zu Beginn unserer kleinen Serie stellen wir uns erst einmal zwei Fragen: Was ist Kunststoffrecycling? Welche Arten des Kunststoffrecyclings gibt es? Zunächst einmal ist Kunststoffrecycling weit mehr als nur Entsorgung. Stattdessen gilt als Recycling jedes Verfahren, das aus Kunststoffen entweder neue Produkte, neue Kunststoffe oder Energie gewinnt.

Zur Beantwortung der ersten Frage ist es außerdem wichtig, zwischen den verschiedenen Einsatzbereichen von Kunststoff zu unterscheiden. Denn die gesetzlichen Regelungen, die für die Entsorgung und die Wiederverwertung gelten, beziehen sich nicht etwa auf den Kunststoff selbst, sondern auf deren Nutzung: für Verpackungen gilt die Verpackungsverordnung, bei Autos die Altfahrzeugverordnung, bei Elektrogeräten die Richtlinie über Elektround, Elektronik-Altgeräte usw.
Genau hier setzen die Konzepte der Kunststoffindustrie sowie die überarbeitete Abfallrahmenrichtlinie (AbfRRL) der EU an, die intelligente Lösungen für die stoffliche und energetische Verwertung von Kunststoffen zum Ziel haben. Dabei setzen sie weniger auf ein anwendungsbezogenes Abfallmanagement, sondern stellen vielmehr ein verwertungsbezogenes Abfallmanagement in den Mittelpunkt. Größtmögliche Ressourceneffizienz soll demnach durch Berücksichtigung folgender Maximen in eben dieser Reihenfolge erreicht werden:
  • Vermeidung
  • Wiederverwendung
  • Recycling
  • Sonstige Verwertung
  • Entsorgung


Dies führt uns zu unserer zweiten Frage: Welche Formen der Verwertung gibt es denn? Allgemein unterscheidet man drei Ansätze: die werkstoffliche Verwertung (ca. 20 %), die rohstoffliche Verwertung (unter 1 %) und nicht zuletzt die energetische Verwertung (ca. 30 %). Die prozentualen Anteile beziehen sich auf die EU zzgl. Norwegen und die Schweiz; die restlichen 50 % an Kunststoffabfällen werden noch in Deponien entsorgt. Nur ein sorgfältig abgestimmter Verwertungsmix kann eine optimale Ressourcenschonung bei gleichzeitig niedrigen Gesamtkosten gewährleisten.

Werkstoffliche Verwertung

Etwa 5,0 Millionen Tonnen ausgediente Kunststoffe wurden 2007 in den genannten Ländern der werkstofflichen Verwertung zugeführt. Das bedeutet, die gebrauchten Kunststoffe werden mechanisch aufbereitet, ohne dass die chemische Struktur verändert wird. Die Altteile werden zerkleinert, gereinigt und nach Sorten getrennt. Auf diese Weise kann das recycelte Material Neuware komplett ersetzen.


Rohstoffliche Verwertung


Nur ein vergleichsweise geringer Anteil an Kunststoffen gelangt bislang in den Kreislauf des Rohstoff-Recyclings. Dies bedeutet, dass die Makromoleküle der Polymerketten aufgespaltet werden, beispielsweise durch Zufügung von Wärme. Als Ergebnis erhält man Monomere oder Stoffe wie Öle und Gase, aus denen wieder neue Kunststoffe entstehen können. Dieses Verfahren wird bei Kunststoffen angewendet, die sich nicht sortenrein erfassen und reinigen lassen.

Energetische Verwertung

Mit über 7 Millionen Tonnen (2007) kommt den Kunststoffen, die energetisch verwertet werden, der größte Anteil zu. Hier wird die in den Kunststoffen enthaltene Energie durch Verbrennung zurückgewonnen und kann zur Erzeugung von Strom und/oder Dampf bzw. als Prozesswärme genutzt werden. Vor allem vermischte und verschmutzte oder sogar schadstoffbelastete Kunststoffe werden auf diese Weise verwertet.
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